traditionielle Urinfunktionsdiagnostik

„Der Urin ist der Spiegel des inneren Chemismus und der innere Chemismus ist der Ausdruck in der Harmonie der Funktionen der einzelnen Organe. Deshalb werden wir durch die gründliche Beobachtung alles dessen, was im Urin zum Ausdruck kommt, am leichtesten imstande sein, den Organismus zu beurteilen.“

Hartung

 

Die sogenannte Harnschau geht schon auf Berichte aus Mesopotamien und dem alten Ägypten zurück. Sie war lange Zeit ein wichtiges diagnostisches Mittel. Im 18. Jahrhundert wurde diese Lehre über die Körpersäfte ersetzt und die Urinschau trat etwas in den Hintergrund. Erst im 20. Jahrhundert wurden die heutigen chemischen Nachweisverfahren für Zucker, Eiweiß, Bilirubin, Erythrozyten, Nitrit etc. entwickelt. 

Die früheren Untersuchungen / Harnschauen haben traditionell den Urin auf Farbe, Trübungen und Geruch untersucht. Er wurde geschüttelt und teilweise auch probiert. So konnten erste Diagnosen zum Diabetes mellitus gestellt werden. 

Die traditionelle Urinfunktionsdiagnostik bezieht sich wieder auf die damaligen Untersuchungsmethoden und so nehmen wir uns Zeit, um den Urin auf Farbe, Trübungen und Geruch zu untersuchen. Dadurch kann man relativ schnell und bei etwas Übung auch sehr sicher einen kranken Urin von einem gesunden Urin unterscheiden. Die Phänomene, die durch Zusatz von Chemikalien (Säuren und Laugen) und nach dem Aufkochen des Gemisches entstehen, stellen in der Urin-Funktionsdiagnostik die Basis für eine Beurteilung dar. 

In der Praxis werden dazu sechs Reagenzgläser mit einer bestimmten Menge Morgenurin befüllt. Vier dieser Gläser bekommen noch Reagenzien zugesetzt und fünf Gläser werden für 2 Minuten aufgekocht. Das erste Reagenzglas bleibt als Referenz unverändert. Dann erfolgt die Beurteilung. 

Nach der Beurteilung können wir Aussagen zu folgenden Bereichen treffen: Stoffwechsel, Salzdifferenzierung (Nierenfunktion), Darm- und Schleimhautfunktion, Galle/Herz-Kreislauffunktion, Bauchspeicheldrüsenfunktion und Leberfunktion. 

Nach dieser Beurteilung können dann entsprechende Therapien eingeleitet werden. Manchmal ergibt sich daraus, eine Entgiftungstherapie durchzuführen, manchmal reicht es aus, bestimmte Organsysteme homöopathisch oder mit Phytotherapeutika zu behandeln.   

 

Ausbildung: Seminar „Traditionelle Urinfunktionsdiagnostik“, Referentin Kerstin Jasch HP