Blutegeltherapie

Der Begriff „Egel“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „kleine Schlange“. Die ersten Dokumente dieser Therapie gehen auf 500 Jahre v. Chr. Zurück. Das Ansetzen von Blutegeln gehört zu den Ausleitungsverfahren.

Die Egel sind heilbringende und sympathische Tierchen, die Ihrer therapeutischen Arbeit gerne nachkommen. Haben Sie erst einmal angedockt, wozu sich der Egel durch die Haut raspelt und der Patient höchstens ein leichtes Stechen verspürt, lassen sie erst wieder los, wenn sie genug Blut aufgenommen haben. Dabei, und das ist das wichtigste bei dieser Therapie, geben sie permanent ihren Speichel in das Gewebe ab und damit alle wichtigen Stoffe, die diese Therapie so wertvoll machen. Die Wirkung des Speichels und der darin enthaltenen Stoffe ist bis heute noch nicht eindeutig festgestellt. Studien von verschiedenen Universitätskliniken haben jedoch bewiesen, dass die Stoffe gerinnungshemmend, lymphstrombeschleunigend, antithrombotisch, immunisierend und gefäßkrampflösend sind.
In einigen Kliniken, Vorreiter ist hier vor allem die Schweiz, werden die Tiere mittlerweile gezielt eingesetzt und die Wirkungsweisen noch weiter erforscht. Zur Zeit wird z. B. noch diskutiert, ob das Blutegelsekret antibiotikahaltig ist. Dies wurde bisher jedoch weder eindeutig bestätigt, noch eindeutig widerlegt.

Wie fast alle naturheilkundlichen Verfahren ist auch die Blutegeltherapie eine ganzheitliche Heilmethode und kann bei vielerlei Beschwerden und Erkrankungsbildern eingesetzt werden. Hierzu gehören besonders:

- erhöhte Viskosität des Blutes (das Blut ist zu „dick“)
- Stauungszustände im Organismus
- Entzündungen
- Arthrosen und Gelenkentzündungen mit Schmerz und Bewegungseinschränkung
- Rheuma und rheumatoide Erkrankungen
- Venenentzündungen mit Krampfaderneigung
- Stauungen im Lymphsystem (geschwollene Knöchel u. Unterschenkel, die nicht auf Herz- bzw. Nierenerkrankungen zurückzuführen sind)
- u.v.a

Bei folgenden Kontraindikationen ist eine Blutegeltherapie nicht möglich:
- bei erhöhter Blutungsneigung (auch bei s. g. Marcumar-Therapie)
- bei Hautläsionen
- bei Anämie
- bei tiefer Venenthrombose

Übrigens werden die Blutegel in eigens dafür eingerichteten Farmen gezüchtet und therapeutisch nur einmal verwendet . Da die Tiere als Arzneimittel eingestuft wurden, unterliegen die Zuchtfarmen hohen Auflagen und Überprüfungen. Eine Befürchtung vor Infektionskrankheiten ist daher völlig unnötig!

Ich arbeite in meiner Praxis nur mit der Biebertaler Blutegelzucht GmbH zusammen, die die Erlaubnis zur Herstellung von Wirkstoffen tierischer Herkunft und Humanarzneimitteln gemäß §13 Abs. 1 Arzneimittelgesetz hat.

(Link zur Biebertaler Blutegelzucht – www.blutegel.de)
 

Ausbildung: Seminar Blutegeltherapie, März 2010, in der Paracelsus-Schule Dortmund, Referent: Bernd Bartsch, Heilpraktiker